Die Bereitschaft zum Jobwechsel ist so hoch, wie nie. Für Unternehmen bedeutet dies, dass die Mitarbeiterbindung zukünftig eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Entwicklungsmöglichkeiten und Talent Management sind dabei entscheidende Ansätze.

Jeder siebte Deutsche (14 %) wechselt 2013 seinen Job. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Wie Sie den Verlust Ihrer Talente stoppen“ der internationalen Unternehmensberatung Hay Group. Damit liegt Deutschland zwar unter dem europäischen Durchschnitt von 18,3 %, dennoch gehen Experten davon aus, dass die Flukation in den kommenden Jahren neue Rekordhöhen erreichen wird.

Fehlendes Talentmanagement als Fluktuationsgrund

Die Gründe für die steigende Wechselbereitschaft sind vielfältig. Gemein ist ihnen, dass eine Verbesserung der Arbeitssituation bzw. -position erwartet wird. Eine fehlende Work-Life-Balance und eine zu hohe Arbeitsbelastung sind Klassiker, aber auch die Angst vor Entlassungen bewegt viele Mitarbeiter zu einem Jobwechsel. Deutlich wird jedoch auch immer wieder, dass fehlende Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierechancen dazu führen, dass Arbeitnehmer ein Unternehmen verlassen. Fast jeder zweite Mitarbeiter bezweifelt, die eigenen Karriereziele im derzeitigen Unternehmen erreichen zu können, fast genau so viele wünschen sich mehr Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und mehr Entwicklungsunterstützung.

Mitarbeiterbindung durch Entwicklungsmöglichkeiten

Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten ist einer von fünf Faktoren, welche die Hay Group in ihrer Studie als wichtig für die Mitarbeiterbindung identifiziert hat. Erkennen und fördern Unternehmen die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter nicht, werden sie in den kommenden Jahren vor einem Problem stehen: Die talentiertesten Mitarbeiter werden die ersten sein, die gehen. Talent Management wird zum Trend-Thema der kommenden Jahre werden.

Weitere Faktoren zur langfristigen Mitarbeiterbindung sind Vertrauen in die Organisation und ihre Führung, eine faire Vergütung, eine erfolgsfördernde Umgebung sowie die Gewährung von Befugnis und Einfluss. Ein erfolgversprechender Ansatz, um Unzufriedenheiten bei Arbeitnehmern frühzeit zu erkennen, sind Mitarbeiterbefragungen. Aus den Ergebnissen lassen sich anschließend Tendenzen und Optimierungsansätze für die Mitarbeiterbindung ableiten.

Mitarbeiter verlassen Führungskräfte, weniger das Unternehmen

Auch Führungskräfte und die Führungsqualität spielen eine zentrale Rolle in der Mitarbeiterbindung. Denn Mitarbeiter, die von ihren Führungskräften überzeugt sind, verlassen ein Unternehmen deutlich seltener, als jene die von Führungskräften enttäuscht werden. Die gezielte Entwicklung von Managern, beispielsweise durch Einführung von speziellen Kompetenzprofilen und kontinuierlichem Monitoring der Führungsqualität, kann ebenfalls zur Reduzierung der Mitarbeiterfluktuation führen.