Das Personalwesen wird zum HRM. Hinter diesem neuen Label versteckt sich ein komplett neues Aufgabengebiet, das sich unter anderem als Reaktion auf äußere Einflüsse zu dem komplexen Gebilde entwickelt hat, das es jetzt ist.

Nicht nur der der demographische Wandel innerhalb der Gesellschaft bringt neue Herausforderungen mit sich. Eine negative Bevölkerungsbilanz und eine steigende Lebenserwartung führen dazu, dass der Anteil der Über-65-Jährigen und damit in der Regel Ruheständler auf bis zu ein Drittel der Gesamtbevölkerung anwächst. Von entsprechender bewusster Lebensplanung beeinflusst, bekommen Akademiker im Schnitt weniger Nachwuchs. In Relation verfügen weniger Kinder über einen akademischen Hintergrund, was das Angebot an High Potentials auf dem Arbeitsmarkt negativ beeinflusst.

Nicht nur die Fachkräfte von Morgen stellen die Personaler vor ein Problem, auch aktuelle High Potentials werden mitunter zur Herausforderung. Neben dem Wettbewerb um die raren Talente auf dem Arbeitsmarkt ist es auch hier die Lebensplanung der Talente, die vom Trendbegriff der Work-Life-Balance beeinflusst wird. Diesem neuen Bewusstsein müssen Unternehmen aufmerksam gegenüberstehen, um ihre Führungskräfte nicht an die Konkurrenz zu verlieren.

Variety Seeking ist ein recht neues Phänomen, das ursprünglich aus dem Bereich Marketing stammt. Übertagen auf den Arbeitsmarkt lässt sich damit erklären, warum Mitarbeiter auch ohne Unzufriedenheit immer öfter der Versuchung erliegen, ihr Arbeitsumfeld zu wechseln: sie wünschen sich eine Abwechslung, die in Zeiten eines soliden Arbeitsmarktes und niedriger Arbeitslosenzahlen schnell mit einem Berufswechsel erreicht werden kann.

Zusätzliche Herausforderungen im Makroumfeld der Unternehmen liegen im technologischen Wandel und der damit einhergehenden Digitalisierung, die die Veränderung der Produktionsweise auf gesamtwirtschaftlicher Ebene vorantreibt. Das Personalwesen von heute sieht sich in der Folge mit Herausforderungen konfrontiert, die so vielfältig sind wie vermutlich nie zuvor.